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The Crooked Jades (USA)

Donnerstag, 16. Oktober 2008
19.30 Uhr (Tür- und Baröffnung 18.30 Uhr)

Mitten aus dem liberalen Westcoast-Klima San Franciscos kommt dieses junge Quintett von Musik-Enthusiasten. Klanglich sind die Crooked Jades irgendwo zwischen Gillian Welch, der Handsome Family und den Horseflies anzusiedeln. Sie spielen Musik, die man übergreifend Old-Time nennt, und die aus der Zeit 1860-1930 kommt, bevor im Radio Genres eingeführt wurden: Groovende Fiddle Tunes zum Tanzen neben schwermütigen Balladen und Klageliedern, mehrstimmiger Gesang, ekstatische Gospel Stücke, verpackt in eine humorvolle, intensive Bühnenshow mit "style". Aber auch Klassiker von der Carter Family, Gid Tanner oder Hank Williams tauchen auf der Set-Liste auf. Die in vielen Genres erfahrenen und dennoch so jungen Crooked Jades hauchen dieser alten Form wieder Leben ein, machen sie aktuell, erneuern sie mit ihren eigenen Kompositionen und behalten doch immer die Faszination des Original "Old-Time" bei.

Zum dritten Mal auf Tournee nach Europa kommen die Avantgarde Hillbillies aus San Francisco - The Crooked Jades. Seit ihrer letzten Tour 2005 hat sich auch in den USA in einschlägigen Kreisen die Besonderheit des Quintetts herumgesprochen. Zeitungen wie Sing Out! preisen mit Lobeshymmnen das Konzept, archaischen Appalachen Mountain Sound mit lautmalenden Klanggebilden zu kreuzen. Das geht von Fiddle Tunes für den Samstagabend-Tanzboden über raue Balladen, ekstatische Gospels, melancholische Liebeslieder bis zu Folkexperimenten, die klingen, als hätte sich Tom Waits in de Berge der Südstaaten zuückgezogen, um dort neue Wahrheiten zu finden...

Stimmen, Fiddle, Banjo, Mandoline, Akustik Gitarre und Bass sind die Haupt-Werkzeuge für eine fast vergessene authentische Musik Nordamerikas, genannt Old-Time. Dabei gilt sie als Wurzel der heutigen Pop Musik. Lange bevor das Aufkommen des Radios die Musik der abgelegenen Appalachen-Berge in Gattungen wie Jazz, Gospel, Blues und Country zerlegte, gab es eine Musik ohne Namen, die alles das vereinte: Mitgebracht von europäischen Siedlern und weiterentwickelt von schwarzen Sklaven, begleitete sie das Leben der Menschen auf dem Lande. Temperamentvolle Spirituals für den Geist, düstere Balladen für die Moral und das kollektive Gedächtnis, wilde Tanzstücke für den samstäglichen Heiratsmarkt auf dem Tanzboden bilden den Kern des Repertoires. Gespielt wurde die Musik von "String Bands", in deren Life-Style man die Vorläufer der heutigen Rock Bands erkennt.

Im Laufe der Zeit enstanden immer abenteuerlichere Klang-Mischungen, etwa mit Hawaiigitarre, Harmonium, Ukelele oder gar Klarinette. In den 60er Jahren bildete sich im Zuge des Folk Revivals eine intellektuelle, engere Old-Time Szene, die sich gegenüber Country Music und Bluegrass abgrenzte. Die Crooked Jades sind nun die Kinder (z.T. wirklich) dieser Musiker, sehen die Sache aber nicht mehr so akademisch, sondern eher im Geiste der Jam Bands, einem aktuellen Genre, ausgelöst durch Grateful Dead, die ebenfalls große Oldtime Mountain Music Fans waren. Auch Bob Dylan schreibt in seiner aktuellen Biografie "Chronicles" über die Inspiration durch die Texte der alten Folk Songs. Heute nennt man diesen archaischen, aber dennoch angesagten Stil "Americana Roots". Behutsam erschaffen die Jades jedoch ihren eigenen Sound, sei es durch Bluegrass Gesangs-Harmonien, rhythmische Varianten und unerwartete Instrumente, aber auch aktuelle Themen, die sie in eigenen Songs verarbeiten.Konsequenterweise zelebrieren sie den "Look" vergangener Zeiten in ihrer grandiosen Bühnenshow, mit wundervollen alten Instrumenten und in der Artwork von Plakat und Pressefoto.

In Band-Leader Jeff Kazors Haus atmet man die Faszination des vergangen Zeitalters. Riesige Stapel von 78er Schellack Raritäten, vergilbten Notenblättern und kostbaren "vintage" Saiteninstrumenten. Die Crooked Jades sind seine Vision einer jungen Band, mit der man diese alte Musik ins aktuelle Leben katapultieren kann.

Leah Abramson (Lead Vocals, Ukulele, Gitarre) Die Kanadierin aus der Folk Noir und Indie Szene arbeitet in einem Geflecht aus Musikern, Schauspielern und Filmemachern. Kürzlich gründete sie mit Freundin das Musiker Kollektiv Label Copperspine Records.

Rose Sinclair (Banjo, Slide Gitarre) Das neueste Mitglied der Band ist zugleich mit am längsten im Musikbusiness. In den 90ern tourte sie mit der legendären FrauenStringband The Heartbeats, die vor allem in Europa und USA sehr populär wurde. Wenn sie nicht alte akustische Musik spielt, bedient sie im Frauen Honky Tonk Ensemble Girl Howdy die SteelGitarre.

Sophie Vitell (Fiddle) Mit 16 entdeckte sie, dass es auch in Oregon aufregende GeigenMusik außerhalb der klassischen Musik gibt. Nicht lange danach tourte sie mit diversen Oldtime und Klezmer Bands und gastierte sogar beim Neo Honky Tonk Mann Caleb Klauder.

Charlie Rose (Bass) Der gelernte klassische Bassist aus Kansas ist gern gesehener Mitmusiker in der innovativen brodelnden StringbandSzene sowie in Punkangehauchten CrossoverProjekten. Selbst ProgBanjo Legende Tony Trischka holte ihn in seine Band.

Beste Unterhaltung und Inspiration sind garantiert!

Presse:

"Music for the pierced generation as well as their great grandparents" (Chicago Tribune)

"Out of this world harmonies...wild, wooly, totally unpredictable but always tasteful..soulful...powerful arranged..." (Bluegrass Breakdown)

"..an authenticity that rivals their Folkways heroes" (All Music Guide)

"The music sounded like a 78 rpm recording from the 20's, but had a hard, almost psychedelic edge to it, and it was also a bit dark to say the least. " (Robert Thacker)

"Die historisch angelehnte Mixtur aus Interpretationen von Überliefertem und davon inspirierten eigenen Songs zeugt von viel Kreativität. Diese Musik passt in eine Zeit, die zunehmend nach einem authentischen Gefühl verlangt. Die Texte der Kalifornier sind mal versponnenrätselhaft, mal minimalistischstreng, mal sarkastisch, und hin und wieder weisen sie aktuelle Bezüge auf." (Folker! Magazin)

Künstlerwebseite: http://www.crookedjades.com

 

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